Kakapo Update

KAKAPO UPDATE

- März 1999 -

56 Kakapos haben bis heute überlebt (nicht eingeschlossen drei Junge, die aus der Saison 1999 stammen):

22 Weibchen und 34 Männchen. Sie leben derzeit auf Inseln in Küstennähe. Bis auf 9 Vögel, die auf den Inseln geboren wurden, sind alle anderen (47) Vögel auf die Inseln umgesiedelt worden, um sie vor räuberischen Säugetiere zu schützen. Es ist nichts von Vögeln in freier Wildbahn bekannt.

Neuerliche Höhepunkte sind unter anderem:

Im Jahre 1998 wurden 41 Kakapos auf verschiedene Inseln verteilt (siehe Tabelle Update 1998 Teil 1).

Das Alter ist von 11 Vögeln, die seit 1980 geschlüpft sind, bekannt (das sind etwa 20% des Bestandes). Die restlichen Vögel sind unbestimmten Alters – sie sind jedoch mindestens 20 Jahre alt. Alles in allem machen heranwachsende Vögel (?) einen Anteil von 14% aus: 7 Heranwachsende ( im Vergleich zu 49 ausgewachsenen Vögeln); 2 Weibchen (ca. 4%) und 5 Männchen (ca. 10%) Sieben der neun Jungen, die innerhalb der letzten 3 Jahre geschlüpft sind, waren männlich!

Ein Todesfall wurde im letzten Jahr gemeldet – das Männchen "Ken" starb im Juli 1998 an den Folgen einer Verletzung, die Mitte 1995 beim Tragen eines Senders entstand. Es ist der einzige Todesfall eines ausgewachsenen Kakapos innerhalb der letzten 5 Jahre, der uns bekannt ist.

Little Barrier Insel:

5 Männchen und ein Weibchen blieben auf Little Barrier.

Die Kakapo Management Gruppe und das Komitee für Kakapo Scientific & Technical Advisory beschloß im März 1998, alle Kakapos von den Little Barrier Inseln (LBI) umzusiedeln. Es ist nämlich in den letzten 16 Jahren deutlich geworden, daß alle Kakapo-Weibchen auf Little Barrier intensiv betreut werden müssen, um erfolgreiche Brutergebnisse herbeizuführen. Little Barrier ist ziemlich groß (3.000 ha) und rauh, und es hat sich gezeigt, daß es praktisch unmöglich ist, Kakapos dort ausreichend zu betreuen. Des Weiteren sollte auf Little Barrier versucht werden, die dortigen Ratten auszurotten; somit wurde eine einstweilige Umsiedelung der Kakapos zwingend notwendig.

Die drei Weibchen "Wendy", "Heather" & "Jean" wurden im Mai/Juni 1998 von LBI auf die Maud Inseln umgesiedelt. Seit 1982 hatten sie auf Little Barrier freien Auslauf. Zwei von ihnen (Wendy & Heather) haben seit 1989 Zusatzfutter erhalten, alle drei haben gebrütet – Wendy hat 1991 ein männliches Küken selbst großgezogen. Jean hat über die ganze Zeit hinweg Zusatzfutter abgelehnt. Im August 1998 wurde ein Männchen ("Stumpy") nach Maud gebracht, während zwei andere Männchen ("Luke" & "Merty") zusammen mit einem Männchen aus Maud ("Jimmy") auf die Nukuwaiata/**** Insel übergesiedelt wurden. Die Fruchtbarkeit und Brutbereitschaft muß bei diesen drei Männchen in Frage gestellt werden. Die übrigen 5 Männchen und das eine Weibchen werden Mitte 1999 auf die Codfish und **** Inseln gebracht.

Das Weibchen ("Lisa") wurde nicht mehr gesehen, seitdem ihr Sender 1986 entfernt wurde. Am Balzplatz wurden jedoch Anzeichen für eine Paarung aufgefunden, die bedeuten, daß zumindest eins der beiden "verloren gegangenen" Weibchen überlebt haben könnte. Allan Munn & Murray Willans haben daraufhin im späten Februar/Anfang März mit ihren Hunden in Frage kommende Plätze auf LBI nach brütenden Weibchen durchsucht und sozusagen die "Nadel im Heuhaufen" gefunden: Allan und sein Hund haben Lisa mit drei befruchteten Eiern entdeckt! Da Lisa nicht gewohnt ist, künstliches Futter zu sich zu nehmen und da LBI mit Ratten bevölkert ist, wurde das gesunde und gut bebrütete Gelege am 9. März zum künstlichen Ausbrüten und Großziehen in die Burwood-Einrichtung gebracht. Auch ein weiteres Männchen und Weibchen ("Snark" & "Mike"), die seit einem Defekt an ihrem Sender (vor 9 bzw. 17 Jahren) nicht mehr gesehen wurden, könnten bis jetzt überlebt haben. Als im Januar 1999 das Gebiet auf LBI, in dem zu dieser Zeit alle anderen Männchen lebten, gründlich durchsucht wurde, konnte das Männchen Snark jedoch nicht aufgefunden werden.

Zumindest 16 der ursprünglich 22 Kakapos, die auf Little Barrier 1982 ausgesetzt wurden, haben bis heute überlebt. Dies macht eine jährliche durchschnittliche Überlebensrate von mehr als 99% aus.

Maud Inseln:

Derzeit leben 14 Vögel (6 Männchen und 8 Weibchen) auf Maud.

Drei Küken – zwei Männchen und ein Weibchen – werden seit 1998 großgezogen. Im Alter von 24 Tagen wurde "Sinbad" (das jüngste und kleinste der Küken) aus dem Nest genommen, damit er in Burwood Bush von Hand aufgezogen werden konnte. Er kam wieder nach Maud, als er 3 Monate alt war; gehalten in einem geräumigen Stall ohne Dach und darin geübt, eine "Katzentür" selbständig zu öffnen. Seit Ende November hatte er freien Auslauf – die Katzentür ermöglichte ihm den Zugang zum Stall, in dem Zusatzfutter für ihn bereitgestellt wurde. Sein Bruder "Gulliver", der von seinen Eltern aufgezogen wurde, verließ seine Geburtsstätte im Oktober, als er etwa 8 Monate alt war; das Weibchen "Kuia", zur Zeit 12 Monate alt, lebt dagegen immer noch bei Flossie.

Zum ersten Mal konnte somit eine Brut auf Maud beobachtet werden. Kakapos können sich also einer fremden Umwelt anpassen und in ihr mit Erfolg brüten – wie in diesem Falle in einer exotischen Pinienplantage auf einer kleinen (309 ha), durch den Menschen stark beeinflußte Insel. Diese Tatsache und die erfolgreiche Übertragung der Gene des Männchen "Richard Henry", welches der letzte bekannte überlebende Kakapo des neuseeländischen Festlandes ist, und das Überleben aller drei Jungen – eingeschlossen ein Weibchen – ist ein wahrer Grund für Optimismus.

In dieser Saison wurde auf Maud nur wenig gebalzt und überhaupt nicht gebrütet.

Nukuwaiata/**** Insel:

Auf Nukuwaiata leben drei Männchen.

Im August 1998 wurden zwei Männchen ("Luke" & " Merty") von LBI zusammen mit einem weiteren Männchen aus Maud ("Jimmy") nach ****/Nukuwaiata umgesiedelt. Die Fruchtbarkeit der ersteren ist fraglich, und Jimmy leidet unter einer Beinverletzung, die verhindern könnte, daß er erfolgreich balzt. Die drei sollen dahingehend beobachtet werden, ob Nukuwaiata dazu geeignet ist, den Kakapos langfristig genug Lebensraum zu bieten, da die Insel in unvorhergesehenen Fällen für die Vögel von Maud Zuflucht bieten könnte. In dieser Saison konnte kein Balzverhalten beobachtet werden (s.o.).

Whenua Hou/Codfish Insel:

Wir wissen nur von einem einzigen Männchen, das auf Codfish lebt.

Alle 30 Vögel, die mit einem Sender ausgestattet waren, wurden im April/Mai 1998 von (aus?) Codfish umgesiedelt. Dies geschah, um jegliches Risiko zu vermeiden, das von einem Gift ausging, welches zur Rattenbekämpfung im letzten Winter versprüht wurde. 26 Vögel (13 Männchen und 13 Weibchen) wurden im April auf die **** Insel gebracht, zwei Männchen auf die Anchorage Insel, ein Männchen ("Ken") auf die Maud Insel, und ein Weibchen ("Nora") im Mai nach ebenfalls Maud. Die Kakapos werden Mitte 1999 wieder nach Codfish gebracht. Ein Männchen, das nicht mit einem Sender ausgestattet war ("Bonus"), konnte nicht aufgefunden werden, als die anderen Vögel umgesiedelt wurden und blieb daher auf Codfish. Dave Rodda und Mike Anderson fanden ihn im Oktober: offensichtlich hat das Gift ihm nicht geschadet.

25 der ursprünglich 30 Vögel, die in den späten 80-ern und frühen 90-ern auf der Codfish Insel freigelassen wurden, haben bis jetzt überlebt. Diese Zahl schließt alle 10 Weibchen mit ein; dies bedeutet eine durchschnittliche jährliche Überlebensrate von mehr als 98%.

**** Insel:

Gegenwärtig leben 26 Kakapos auf ****.

Im April 1998 wurden vier Männchen (mit fragwürdiger Fruchtbarkeit) aus **** (zwei lebten hier seit August 1996, und zwei seit September 1997) auf die Anchorage Insel gebracht. 26 Vögel der Codfish Insel wurden im Zuge der Rattenbekämpfung auf Codfish nach **** umgesiedelt. Letztere sollen Mitte 1999 wieder nach Codfish gebracht werden. Um ihren Zustand für den Transport zu stabilisieren, wurde einigen von ihnen begrenzt Zusatzfutter erhalten.

Die Männchen auf **** haben ein System für die Balz entwickelt, und seit Anfang Dezember wurde von allen 10 erwachsenen Männchen Balzgeräusche gehört. Anzeichen, die seit dem 3. Januar gefunden wurden, deuten an, daß bis zu 12 Paarungen stattgefunden haben. 5 der 12 erwachsenen Weibchen haben seitdem Eier gelegt – zwei von ihnen ("Suzanne" & "Alice") haben Anfang März sogar ein zweites Mal ein Ei gelegt, 4-6 Wochen nachdem ihre ersten Gelege von ihnen entfernt wurden! In der Summe wurden 13 Eier gelegt, 7 (eventuell auch 8) von ihnen sind überlebensfähig. Da sie durch räuberische Ratten und Wekas höchst gefährdet waren, wurden sie bald nach dem Legen von ihrer Mutter entfernt, um sie künstlich aufzuziehen. Zwei der Eier (Alice‘s zweites und drittes aus ihrem ersten Gelege, das aus 3 Eiern bestand) waren überlebensfähig und wurden am 24. Februar von **** in die Burwood Bush Pflegestation gebracht. Das ältere der beiden schlüpfte am 27. Februar – das erste Kakapo-Ei, das während der gesamten Brutzeit künstlich ausgebrütet wurde! Das andere Küken schlüpfte genau (?) drei Tage später. Als zusätzlichen Bonus sind wir jetzt in der Lage, die genaue Brutzeit auf etwa 30 Tage festzulegen. Bestnoten für Daryl Eason und das Team der **** Insel für diese exzellente Ergebnis! Das Geschlecht der beiden Küken wurde bestimmt, indem Blut, das nach dem Schüpfen noch an den Schalen klebte, einem DNA-Test unterzogen wurde – beides sind Männchen!

Nie zuvor wurde nach einer Umsiedelung so schnell wieder gebrütet (9-10 Monate danach) – beziehungsweise über eine so lange Periode (etwa 2 Monate).

Anchorage Insel:

Hier werden 6 Männchen gehalten, von denen vermutet wird, daß sie unfruchtbar oder nur sehr schwach fruchtbar sind. Sie werden auf die **** Insel gebracht, wenn die Vögel der Codfish Insel **** verlassen und wieder nach Codfish zurückkehren.

Untersuchung auf der Stewart Insel:

Mit der Entdeckung eines "neuen" Weibchens ("Solstice") Mitte 1997 erhöhte sich die Möglichkeit, daß noch weitere Vögel im weiten Buschland des südlichen Teils der Stewart Insel leben. Aus diesem Grund wurden zwei weitere Durchsuchungen in diesem Gebiet anberaumt (15. Juli – 12. August & 26. August – 9. September 1998). Hierbei wurde den Angaben eines Hirschjägers nachgegangen, der nahe dem nördlichen Ende der Mason Bucht einen Kakapo glaubte gesehen zu haben. Es wurde jedoch weder ein Kakapo noch irgendwelche Kakapospuren gesichtet.

Fütterungssystem:

Im Juni 1998 wurde ein neues Fütterungssystem eingeführt, das sich näher an die natürlichen Gegebenheiten richten sollte. Während bisher noch durch das ganze Jahr hinweg Zusatzfutter verabreicht wurde, basiert das gegenwärtige Fütterungssystem auf zwei Zyklen pro Jahr. Hierbei wird Futter zurückgehalten, das nicht für die Jahreszeit üblich ist. Bei den meisten Vögeln auf Maud wurde Zusatzfutter im Juni 1998 abgesetzt. Sie werden bis zum Frühjahr 1999 kein Zusatzfutter mehr bekommen. Wenn alles gut geht, könnte durch dieses Fütterungssystem das Brutgeschäft des Jahres 2000 stimuliert werden. .

Generell:

Während der Brutsaison 1981 – die letzte erfolgreiche Brut des letzten ursprünglichen Kakapobestandes auf der Stewart Insel – wurden Vogelexkremente von erwachsenen Vögeln und Nestlinge durch Feldarbeiter eingesammelt. Dieses Material wurde in die USA gebracht; es sollte von einem Cornell Doktor-Kanditat untersucht werden, der sich auf die Ernährung von Kakapos spezialisiert hatte. Die Untersuchung wurde jedoch nie durchgeführt. Wegen des Potential an Informationen über nistende erwachsene Vögel und ihre Jungen in ihrer natürlichen Umgebung wurden im Laufe der Jahre alle denkbaren Anstrengungen unternommen, die Proben entweder in den USA untersuchen zu lassen, oder sie zu einer Analyse nach Neuseeland wieder zurückkommen zu lassen – jedoch ohne Erfolg. Im Oktober besuchte Nadine Parker (eine Forscherin des National Kapako Teams) Cornell und erhielt etwa die Hälfte des besagten wichtigen Materials zurück. Vorläufige Analysen von Nadine haben ergeben, daß sich die Proben trotz ihres Alters immer noch im guten Zustand befinden!

Personal:

Die offene Stelle des Kakapo Programme Officer (KPO), die durch den Rücktritt von Dave Rodda im letzten Dezember entstanden ist, ist jetzt wieder besetzt: Alison Archambault, eine Tierärztin aus den USA, die sich auf Papageien spezialisiert hat und Dave Rodda (nun unter Vertrag) assistieren zur Zeit Daryl Eason vom National Kakapo Team in der Handaufzucht von jungen Kakapos in der Burwood Bush Aufzuchtstation nahe Te Anau.

 New
Zealand Department Of Conservation - Te Papa AtawhaiDiese Aktualisierung wurde bereitgestellt durch:
Don Merton, 14 March 1999
National Kakapo Team.